Hille Perl
artist in residence 2017

artist in residence 2017 Hille Perl

„Wahrscheinlich müssen wir selbst die Augen und Ohren und das Gewissen des Schöpfers der Welt sein.“ – Das stammt nicht von Luther, auch nicht von Schütz. Das ist die Antwort Hille Perls auf die Fragestellung „Worum es geht“. Eine ihrer Antworten wird sie in dem für das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST 2017 entwickelten Programm als artist in residence geben, zu dem sie Freunde und Kollegen einlädt, auf historischen Instrumenten und ihrer E-Gambe spielt und den Bogen bis in unser Heute schlägt.
Für viele Musikfreunde heißt Viola da gamba ganz einfach Hille Perl, sie ist geradezu ein Synonym für dieses Instrument. Dessen klangliche und technische Möglichkeiten bis an die Grenzen auszuloten, lockt sie immer wieder zu Experimenten, aus dieser Neugier heraus entdeckt sie immer wieder Neues. So hat sie bspw. mit einer E-Gambe sich und den Zuhörern neue Klangwelten erschlossen. Stilistische Scheuklappen – Fehlanzeige.
Hille Perls künstlerisches Wirken dokumentiert sich nicht nur in einer weltweiten Konzerttätigkeit, sondern auch in zahlreichen CD-Aufnahmen und hochkarätigen Musikpreisen. Als Professorin an der Hochschule für Künste Bremen widmet sie sich begeistert der Ausbildung ihrer Studierenden. Sie ist Mitglied und spiritus rector verschiedener Ensembles wie Los Ortros, The Age of Passions oder The Sirius Viols. Schwerpunkt ihres musikalischen Repertoires ist die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Doch befragt sie die Werke unserer Altvorderen immer wieder nach ihrem Bezug zum Heute, zu uns. Ihr eingangs zitiertes Statement passt da zu ihrem beruflichen Grundsatz wie ihrer innigen Beziehung zu Pflanzen und Tieren, und es passt genau so zum Anliegen des diesjährigen HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFESTS.
„Die Umstände, in denen wir jetzt leben, sind durchaus vergleichbar mit dem 17. Jahrhundert: Wir können nicht voraussagen, was in zehn Jahren sein wird, wohin man auch sieht, tobt Krieg, und man bekommt es sehr deutlich mit. Das unterscheidet sich eigentlich in nichts. Damals war es zwar auf Mitteleuropa begrenzt und heute lässt sich kaum mehr eine Grenze ziehen – aber letztlich ist doch Krieg Krieg und Tod Tod und Liebe Liebe. Ich glaube, da geben wir uns absolut nichts.“ (Hille Perl im Interview mit Tobias Roth, April 2010)

Hile Perl
Hile Perl

Die Musikerin Hille Perl fing an sich im Alter von fünf Jahren auf die Viola da Gamba zu spezialisieren. Für Hille Perl ist Musik das vorrangige Medium der zwischenmenschlichen Kommunikation. Präziser, unmissverständlicher und intensiver als Sprachen, von größerer emotionaler Signifikanz als andere Erfahrungen, mit der Ausnahme von Liebe.

Musik ist für sie eine Methode nicht nur die Vergangenheit mit der Zukunft zu verbinden, sondern auch, sich widersprechende Aspekte menschlicher Existenz miteinander zu vereinen.

Sie hat viele Enden des Planeten bereist und dort Konzerte gespielt, mit verschiedenen Ensembles oder als Solistin und Duopartnerin des Lautenisten und Komponisten Lee Santana.

Wenn sie nicht auf Reisen ist, dann lebt sie in einem norddeutschen Bauernhaus, mit ihrer Familie und einigen Pferden, Hühnern, Katzen und Kaninchen.
Sie ist leidenschaftliche Professorin einer Gambenklasse an der Hochschule für Künste in Bremen. Dort lehrt sie ihre Studierenden alles, was sie über Musik, das Gambenspiel und die Kunst weiß, nicht eifersüchtig zu sein, wenn jemand besser spielt als man selbst.

Seit 2010 lädt das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST einen artist in residence ein, der in exemplarischen Konzerten an allen drei Hauptspielorten den jeweiligen thematischen Schwerpunkt des Jahres in besonderer Weise als Bezugspunkt aufgreift. 2010 eröffnete La Chapelle Rhénane diese Reihe besonderer Festivalkünstler. Es folgten die Batzdorfer Hofkapelle, der Dresdner Kammerchor, das Ensemble Sette Voci und Peter Kooij, Ars Nova Copenhagen unter der Leitung von Paul Hillier,  Hermann Max mit seinen Ensembles Rheinische Kantorei und Das Kleine Konzert sowie im vergangenen Jahr Christina Pluhar und ihr Ensemble l'Arpeggiata.

 
 

Die Termine

Die Konzerte des artist in residence sind an folgenden Tagen und Orten zu erleben:

Freitag, 6. Oktober
20.00 Uhr | Dresden Annenkirche

Samstag, 7. Oktober
19.00 Uhr | Bad Köstritz Kirche St. Leonhardt


Sonntag, 8. Oktober
17.00 Uhr | Weißenfels St. Marienkirche


 

Hortus musicus | Schütz_Junior!


Workshop/Kurs für Gambisten und Ensembles für Alte Musik am Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden mit anschließendem Werkstattkonzert

Inquisitio – Wahrheitsfindung?


Lesung aus literarischen Zeugnissen des 17. Jahrhunderts und Gerichtsprotokollen

Abschlusskonzert - Sacred Bridges


Eine musikalische Reise für Frieden und Verständigung - Jüdische, christliche und muslimische Psalmvertonungen aus dem 16.und 17. Jahrhundert

 

Montag, 9. Oktober
ab 9.30 Uhr | Dresden Heinrich-Schütz-Konservatorium

Freitag, 13. Oktober
19.00 Uhr | Bad Köstritz Heinrich-Schütz-Haus


Sonntag, 15. Oktober
17.00 Uhr | Weißenfels St. Marienkirche


 
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