Märchenhafte Klänge – Musitabor verzaubert beim Familienkonzert

10.10.2016

Sieben auf einen Streich – das Heinrich Schütz Musikfest lädt am 13. und 15. Oktober zu seinen Familienkonzerten mit Musitabor ein. In Zeitz, Weißenfels und Bad Köstritz ist „Das tapfere Schneiderlein“ in einer besonderen musikalischen Fassung zu erleben.

 

Bereits seit 1998 macht es sich das Ensemble Musitabor zur Aufgabe, Kinderprogramme mit Alter Musik zu gestalten, die gemeinsam mit Musikern, Tänzern, Erzählern und Puppenspielern erarbeitet werden. Die Musik geht dabei eine Verbindung mit bekannten Märchen ein, um den Zauber der Geschichte auch über den Klang an die Kinder heranzutragen. Leila Schoeneich, die Leiterin des Ensembles, entdeckte selbst bereits im Kindesalter durch das Blockflötenspiel ihre Liebe zur Alten Musik. Nachdem sie ihr Studium der Blockflöte absolviert hatte, konzertierte Schoeneich gemeinsam mit verschiedenen Musikern, besonders im 1990 gegründeten Barock-Ensemble Fontana di Trevi, dessen Kern sie und die Cembalistin Sabine Erdmann bilden. Wie auch bei Musitabor variiert hier die Besetzung je nach Programm; die Instrumente sind dabei immer zeitgemäß und authentisch. So lernen die jungen Zuhörer beim Tapferen Schneiderlein den Klang von Krumm-und Gemshörnern kennen.

Neben der Arbeit in den Ensembles unterrichtet Leila Schoeneich seit 1979 sowohl privat als auch an verschiedenen Musikschulen das Flötenspiel und entwickelte ihre eigene wirkungsvolle Unterrichtsmethode für Fünf- bis Siebenjährige. Auch im Unterricht führt sie ihre Schüler an die Alte Musik heran, da diese das Originalrepertoire für Blockflöte darstellt. Ihrer Meinung nach sollte man Kinder auch mit selten gehörter Musik konfrontieren. Besonders in Theater-und Puppenspiel können uns fremd gewordene Instrumente mit ihren ungewohnten Klängen emotional erlebt werden, sodass auch Kinder diese Art der Musik direkt verstehen. Schoeneich selbst interessiert sich unter anderem sehr für „die Grenzbereiche zwischen Alter Musik und traditioneller Volksmusik, besonders dort, wo sie unsere Hörgewohnheiten herausfordern“. Diese Neugierde überträgt sie erfolgreich und kindgerecht auf die Programme von Musitabor.

Für die Auswahl der Musik für Musitabor gelten für Schoeneich zwei Hauptkriterien: Zum einen muss das Stück charakterlich und atmosphärisch zur jeweiligen Situation in der Märchen-Handlung passen. Zum anderen soll die Musik besonders leicht zugänglich für die Kinder sein, eingängig und mitreißend. Um das Geschehen auf der Bühne perfekt zu untermalen, werden die Stücke meist gekürzt und die passendsten Passagen kommen letztlich zum Einsatz. Durch diese sorgfältige Auswahl und den feinfühligen Umgang mit der Musik entsteht ein stimmungsvolles und packendes Märchen-Erlebnis für Jung und Alt. In „Das tapfere Schneiderlein“ wird das Puppenspiel von Martin Lenz musikalisch untermalt von Blockflöte, Krumm-und Gemshörnern und Perkussionsinstrumenten. Leila Schoeneich, Gabriele Bultmann, Christian Hagitte und Markus Friemel spielen vor allem Tanzmusik des 16. und 17. Jahrhunderts von Jean d'Estrée („Les Bouffons“), Pierre-Francisque Caroubel („Gavotte“), Michael Praetorius („La Volta“) und Erasmus Widmann („Dantz“).

Termine
13.10., 14.30 Uhr in Zeitz (Festsaal Schloss Moritzburg)
15.10., 10.00 Uhr in Weißenfels (Fürstenhaus)
15.10., 15.30 Uhr in Bad Köstritz (Saal im Palais)

Karten: 9€ / ermäßigt 5€

Dieser Text von Eva Tanneberger entstand im Rahmen des Seminars „Schreibwerkstatt Schütz 2016“ des Bachelor-Studiengangs Musikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unter der Leitung von Dr. Hansjörg Drauschke. Weitere Texte sind unter anderem in den Abendprogrammen des Heinrich Schütz Musikfests zu finden.

Die angehängten Fotos vom Familienkonzert 2013 dürfen gern im Zusammenhang mit der Konzertankündigung verwendet werden.
Bildnachweis: Heinrich Schütz Musikfest / Mathias Marx.